Abuso Ottolenghis (Pastasalat mit gebratener Zucchini)

  • 0
  • April 2, 2012
Diejenigen, die des lateinischen fliessend in Wort und Schrift mächtig sind, werden sofort wissen, was hier gemeint ist.
Den anderen sei zur Erklärung an die Hand gegeben wie folgt:
Ich benutze dieses Rezept zum Zeitpunkt lediglich zum Behufe des Montagsfrustloswerdens.
Genau, es ist Montag, und wie immer montags beschäftige ich mich mit den wirklich grossen Sinnesfragen, von denen die wichtigsten „wo komm ich her?“ und „wo geh ich hin?“ lauten.
Andere Menschen erledigen sowas vielleicht an einem Mittwoch oder an jedem 15. des Monats, ich erledige das am Montag damit die Erinnerung ans Wochenende möglichst schnell verblasst.
Ach, so, hab ich vergessen, zu erwähnen, ich stell mir diese Fragen natürlich nicht ernsthaft. Das wär ja einfach! Nee, bei mir ist das die Wochenanfangsselbstdemontage. Man muss sich das so vorstellen: ab Freitagnachmittag hab ich das Gefühl, dass eigentlich alles soweit in Ordnung ist, der Lauf der Dinge ist ein gelinder und der liebe Herrgott n guter Mann. Samstag weitestgehend dito.
Sonntag is dann so auffer Kippe, da fällt mir dann schonmal gerne auf, dass die Fenster nicht geputzt sind, bergeweise Wäsche wegzuräumen ist, ich noch immer keinen Roman geschrieben habe, an der Wohnzimmerdecke Spinnenwebe sind und ich als Darstellerin der Lady Macbeth (und sei es nur an einer popeligen Stadttheaterbühne) aus Altersgründen nicht mehr in frage komme.
Wenn der Tatort dann wenigstens so einigermassen war, geht das mit der Selbstdemontage erst Montagmittag los (warum, weissich auch nicht), wenn er Mist war, so wie gestern, ist der komplette Tag im Eimer.
Die Tatsache, dass ich heute davon Abstand genommen habe, mir im Drogeriemarkt Haarfarbe zu kaufen und einen Aschblondierversuch zu starten, könnte Optimisten glauben machen, ich sei noch nicht von allen guten Geistern verlassen.
Ich indes weiss diese Annahme deutlich verfrüht, hatte ich doch noch ein Selbstdemontage-As im Ärmel: was gibt es effizienters, als sich an einem Montag ein Interview mitPatti Smith anzukucken? Eben!
Die Frau schreibt, singt, textet, fotografiert, sieht gut aus und ist so entspannt als gäbs kein morgen!
Würd mich nicht wundern, wenn die demnächst noch n phantastisches Kochbuch aussem Ärmel zaubert.
So, und jetzt ich: meine Gesangslehrerein meinte dereinst, ich sei bestimmt nicht ihre begabteste, dafür aber ihre originellste Schülerin, na, toll!
Texten kann ich nicht, fotografieren erst recht nicht, gut seh ich nur wirklich sehr manchmal aus und entspannt bin ich erst recht nicht!
Noch Fragen?
Gut, dann können wir ja jetzt zum Rezept übergehen. (Für alle, die den Ottolenghi nicht im Haus haben, das Rezept aber in irgendeiner Buchhandlung nachlesen wollen, es steht auf Seite 254!)
Ich habe:
2 Zucchini in Scheiben geschnitten und in einer Pfanne von beiden Seiten goldbraun gebraten, in einem Sieb abtropfen lassen und danach mit Rotweinessig beträufelt.
Herr Ottolenghi wollte gerne 100g tiefgefrorene Sojabohnen blanchiert haben, hab ich hier nicht gefunden, deswegen Dickeboooohn, wie mein Oppa gesacht hätte.
Ich habe Basilikum– und Petersilienblätter, Olivenöl, Pfeffer und Salz zu einer feinen Paste zermörsert und währenddessen Pasta gekocht.
Die abgetropfte Pasta hab ich mit der abgeriebenen Schale einer Zitrone, gehackten Kapern, Pfeffer, Salz und einem zerrupften Mozzarrella unter die Zucchini gemischt. Laut Rezept soll man noch restlichen Basilikum zum Schluss untermengen, hab ich übersehen und ohne Schaden überstanden.
So, und jetzt das Fazit:
Is ne wirklich! leckere und leichte Geschichte, aber, mach dir nix vor, n bissken watt dabei, um satt zu werden brauchste schon!

About ralf

4 Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Current ye@r *