Ame – Rose Selavy (Innervisions)

  • 0
  • Juli 29, 2010

Ich muß zugeben, dass ich überhaupt keine Ahnung von Marcel Duchamp habe. Schon mal gehört, klar, aber auf die Frage nach dem Konzept hinter dem Namen erntet man bei mir nur Schulterzucken. Genau wie bei manch anderem Namen, mit dem manch gebildeter Musikus schon mal um sich wirft. Sei mir nicht bös, Deleuze, haha.
So ist es mir rechtschaffen egal, ob sich der Titel der neuen Ame auf ein Pseudonym bezieht, das Duchamp benutzt haben soll (denn das habe ich bei Little White Earbuds gelernt). Die Platte dagegen ist mir nicht im Mindesten gleichgültig, von der kann ich genau genommen gerade mal nicht genug bekommen.
Wie die beiden Karlsruher komplett klischeefrei hier mal wieder alles anders machen als alle anderen, die sich auf einem ähnlichen Terrain bewegen, das macht mich immer wieder staunen. Auf einem einigermaßen verknarzten Fundament aus Kick und sparsamer, tiefer Bassline haben die beiden Spur um Spur, spreaden rreichlich Metal Percussions, kleine Melodien, Vocalsamples oder Drumspuren tauchen aus dem Mix auf und verschwinden wieder, um Platz für andere zu machen, und auch vor derben Feedbacksounds hat hier niemand Angst. Grandios!
Die B-Seite „Junggesellenmaschine“ macht alles ganz ähnlich und doch wieder ganz anders und glänzt mit psychedelischen 70s Rockorgelsounds und deeper, düsterer Bassline.
Sie haben es also wieder getan. Ganz ähnlich wie bei den letzten Kollabos mit Dixon und Henrik Schwarz bleiben die Tracks kilometerweit entfernt von jeder House-Blaupause und thronen gleichzeitig hoch über allen Mitbewerbern!

About ralf

2 Comments

Leave a Reply

Your email address will not be published.

Current ye@r *