Blumenkohl-Risotto mit Gorgonzola und Senfgurken

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  • März 7, 2012
An dieser Stelle hab ich ja schonmal recht anschaulich, wie ich glaube, geschildert, dass es einer gewissen, sagen wir inneren Mobilität bedarf, wenn man 15 Menschen mit einem Herd bekochen soll, der allerhöchstens den Mindestanforderungen eines Singlehaushaltes genügt.
Hierbei handelt es sich aber lediglich um den modus operandi bei der Herstellung einer Mahlzeit für die oben genannten Herrschaften, sprich: wie krieg ich gebacken, was ich geplant habe, quasi eine Fingerübung für die erfahrene Köchin.
Viel, viel brisanter ist die Frage: was plane ich überhaupt?
Man muss sich das wie folgt vorstellen:
Du hast besagte 15 (mal mehr, mal weniger) Menschen in deiner Planung zu berücksichtigen.
Die allgemeine Verabredung lautet: du kochst vegetarisch, weil schonmal 2 Menschen kein Fleisch essen, dafür aber Tiere ohne Gesicht, z.B. Krabben oder Fischfilets.
Nach einigen Monaten stellst du fest, dass 13 Menschen durchaus für ein paar Speckwürfelchen in der Quiche oder Mettendchen im Linsengemüse zu begeistern sind. Da gerade eine Grippewelle grassiert, von der u.a. die 2 Vegetarierinnen betroffen sind, könntest du glauben, du bist für den Moment aussem Schneider. Weit gefehlt!
Du hast immerhin noch 1 Glutenallergiker zu berücksichtigen, was allerdings insofern keine grosse Herausforderung mehr für dich darstellt, dass du gelernt hast, mit glutenfreiem Mehl Hefe-und Brotteig herzustellen. Von hausgemachter Pasta für die gesamte Runde nimmst du allerdings Abstand weil die einschlägigen Internetforen für Glutenallergiker dir diesbezüglich keinerlei Mut machen.
Gut, keine hausgemachte Pasta und immer schön eine Extraportion aussem Reformkostladen.
Du glaubst, du bist aussem Schneider? Weit gefehlt!
1 weiterer Mensch bittet darum, doch wenig oder eigentlich garnicht mit frischem Rosmarin und Salbei zu würzen, da das Übelkeit verursacht.
Da das Würzen von Speisen ohnehin hysterisch überbewertet wird, zeigst du Einsicht und lässt die Finger von dem Zeug.
Du glaubst, du bist aussem Schneider? Willst du die ehrliche Antwort? Vergisses!
Du hast nämlich noch 1 Menschen mit einer kompletten! Getreideallergie zu berücksichtigen, d.h. keine Pasta, kein Reis, keine Polenta, kein Brot, kein Garnix, dafür aber Fleisch, noch Fragen?!
Du denkst, o.k., jetzt wo die Mitarbeiterin mit der Fischallergie im Mutterschaftsurlaub ist, kannst du den Orangensalat mit Thunfisch (hat kein Gesicht, du erinnerst dich!?) und gekochtem Ei riskieren? Blödsinn, weit gefehlt!
Du stellst fest, dass es 1 Menschen in der Runde gibt, der sich vor Eiweiss dermassen ekelt, dass er ein Kindheitstrauma als Ursache vermutet.
1 weiterer Mensch hat dir in einem vertrauten Moment gestanden, dass Kapern und Sardellen nicht unbedingt das Zentrum seiner Sehnsüchte darstellen. Glaubst du immer noch, dass du irgendwie heile aus dieser Nummer kommst? Eben!
Und dabei hab ich dir bis jetzt verschwiegen, dass 1 weiterer Mensch keinen Gorgonzola mag…
Egal, hier lege ich dir trotzdem ein Risottorezept wärmstens ans Herz, vielleicht hast du’s ja etwas einfacher als ich…!
 

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4 Comments

  • Das hälste ja im Kopp nicht aus!

  • Rene sagt:

    Habe mich beim Lesen köstlich amüsiert, da ich nämlich Teil dieses verrückten Teams bin (ich esse übrigens alles!) und kann dir nur raten: kümmere dich nicht darum. Ein Überraschungsmenü ist, was es ist, nämlich eine Überraschung. Und da ziehen besonders wählerische Zeitgenossen eben auch mal eine Niete. Lediglich medizinische Probleme (Gluten- oder Fischallergie) verdienen Rücksicht, ansonsten ist alles erlaubt. Ich fand Vorspeise und Risotto übrigens hervorragend.

  • Täsch sagt:

    Nicht verschwiegen werden sollten an dieser Stelle die 15 mal mehr mal weniger Menschen, die dich absolut spitze finden und es mehr als zu schätzen wissen, wie unerschrocken du dich diesem Ess-Luschen-Wahnsinn stellst.

  • Claus sagt:

    So fang ich erst garnicht an. Et wird gegessen watt auffen Tisch kommt!

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