I wanna be a rockstar

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  • August 9, 2011
Wenn es etwas gibt, was ich noch unerträglicher finde als 90 Minuten Richard Gere im Fernsehen ( um den Ernst der Lage zu verdeutlichen), dann sind es die Momente, in denen ich bemerke, dass mein Leben berechenbar geworden ist. Berechenbar und somit grauenvoll langweilig.
Damit ich mich konsequent und nachhaltig schlecht fühle, lese ich dann Biographien bekannter Rock Stars. Ich nehme mal an, dass die Biographien von gänzlich unbekannten Losern nur einer kleinen, eingeschworenen Leserschaft vorbehalten sind, die zudem (mit gutem Grund) von irgendeinem Geheimdienst gewissenhaft observiert wird.
Doch zurück zur Sache. Meinem Leben gebricht es im Moment gewaltig an Rock n Roll und Glamour. Soviel steht fest.
Ich will mal ein Beispiel nennen: Pattie Smith ist irgendwo am Hintern des Propheten endpleite.
Dafür findet sie in der nächsten Telefonzelle x Dollar, mit denen sie sich ein Ticket nach New York kauft, wo sie 24 Stunden später Robert Mapplethorpe trifft, mit dem wiederum Endpleitesein puppenlustig ist. Das ist Rock n Roll.
Nun zu mir: ich bin dauerpleite, wüsste noch nicht mal, wo in diesem Kaff die nächste Telefonzelle steht und als Pattie Smith zuletzt hier war, hab ich abends den Arsch nicht hoch gekriegt, weil ich den ganzen Tag für ein Buffet in der Küche geschackert habe. Das ist KEIN Rock n Roll.
Ein anders Beispiel: Wenn Keith Richards monatelang mit Mick Jagger und was weiss ich mit wem noch in einer völlig verlausten und versifften Bude rumlottern, ist das die Geburtsstunde der Stones. Wenn ich hier zwei Tage nicht putze und koche ist das bestenfalls die Geburtsstunde einer Hausstauballergie meiner Tochter und einer Hypoglykämie vom Odermann. Das ist AUCH KEIN Rock n Roll.
Ich denke, spätestens jetzt ist der Ernst der Lage klar.
Ich muss mein Leben verändern!
Deshalb gibt’s jetzt hier nicht das hundertste banale Rezept, hah, der Anfang ist gemacht!
Von dem Geld, das ich diesen Monat eigentlich an die Stadtwerke überweisen müsste, kauf ich mir ne gebrauchte E- Gitarre (oder Bass/ Schlagzeug/ Schreibmaschine), hah, wär doch gelacht!
Das Kindergeld von diesem Monat hau ich für Gitarren(Bass/ Schlagzeug/ Schreibmaschinen)unterricht auffen Kopp, hah, so könnt’s geh’n!
Ihr hört von mir!

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