Kohl und Sühne

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  • Juli 24, 2012

 Jaaaa, ich weiss, eigentlich hatte ich versprochen, dieses Rezept schon viel eher zu verbloggen. Nicht, dass sich dadurch der Welten Lauf nennenswert beeindruckt zeigen müsste, mitnichten. Aber verspochen ist nunmal versprochen, Punkt.
Ich möchte allerdings in aller Deutlichkeit darauf hinweisen, dass, wenn ich mich in den nun folgenden Zeilen zum Thema „Blumenkohl“ äussere, dies unter erschwerten, wenn nicht gar unzumutbaren Bedingungen geschieht.
Hier ist es nämlich seit einiger Zeit ziemlich einsam. Der Odermann ist so gut wie ausgezogen, der hat kein Bock mehr, der möchte sein eigenes Blog schreiben.
Nicht, dass ich ihn nicht verstehen könnte, so isses nicht!
Aber jetzt steh ich hier alleine mit der ganzen Hütte und kann mir überlegen, wie’s weitergeht.
Lass ich alles, wie’s ist oder renovier ich von Grund auf oder schmeiss ich die Schlüssel in die Emscher und hau auch innen Sack?
Nicht so einfach, gelle!?
Na, ja, das soll’s jetzt erstmal zu dem Thema gewesen sein, jetzt kommt Blumenkohl.
Ich find Bluuumnkohl (wie das schon klingt…) seit Urzeiten eher unsexy, habe aber im allertiefsten Inneren sowas wie ne Sozialisationstonspur, die mich ab und an daran erinnert, dass ein Kühlschrank, bestückt mit Möhren, Kohlrabi (früher Wurzeln und Kollraben genannt) und eben Bluuumnkohl der Hausfrau höchster Adel ist.
Was nach entsprechendem Einkauf damit anfangen, darüber gibt die Tonspur wenig brauchbare Auskunft. Will heissen, bei jedem nun folgenden  „Küllek auf, Küllek zu“ lädt sich täglich neue Urschuld auf meine Schultern. In mir verdichtet sich auf’s schmerzlichste die Erkenntnis meiner Unfähigkeit zu verantwortlichem Handeln, nach drei Tagen ist mir klar, was alle anderen schon längst wissen: ich hab mein Leben nicht im Griff (und möchte lieber Fleisch als Gemüse essen)!
Gesetzt den Fall, Selbstdemontage ist eher nicht so dein Ding, du kommst mit deiner Vorratshaltung irgendwie erwachsen klar, und/oder du hast, wie ich neulich, nicht die geringste Möglichkeit, den verdammten Bluuuumnkohl durch ein Steak zu ersetzen, kannst du auch folgendes tun (file under „was würde Ottolenghi tun?“):
Du zerteilst einen, na, du weisst schon…in kleine Röschen und garst diese in kochendem Salzwasser, bis sie weich sind, dann giesst du sie in ein Sieb ab.
Während der Garzeit bereitest du einen Teig aus:
120g Weizenmehl
3 El gehackter Petersilie
1 zerdrückten Knoblauchzehe
2 fein gehackten Schalotten
4 Eiern
1 einhalb TL gemahlenem Kreuzkümmel
1 TL gemahlenem Zimt
1 halben TL gemahlenem Kurkuma
Salz und schwarzem Pfeffer

Die warmen, du weisst schon…Röschen vermengst du mit dem Teig und brätst kleine Portionen davon in heissem Sonnenblumenöl aus, auf Küchenpapier abtropfen lassen, soweit fertig!
Ottolenghi serviert dazu Sahnejoghurt mit Koriandergrün (davon werd ich ohnmächtig, deshalb bei mir gehackte Petersilie), abgeriebener Schale einer Bio- Limette (herrje, Zitrone geht auch…) frisch gepresstem Limettensaft (nochmal: Zitrone geht auch), Olivenöl, Salz und Pfeffer. Und soll ich dir was sagen? Recht hat er…sogar mit dem…. na, du weisst schon!

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