Mein neues Leben als Rockstar

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  • August 14, 2011
erfordert im Moment meinen hundertprozentigen mentalen und physischen Einsatz.
Bei einem A-Akkord einen Hauch G einfliessen zu lassen, damit daraus ein 7er-Akkord wird, der einen weiterbringt (habbich bei Keith gelernt) oder die 11 gegen die 7 zu trommeln (weiss ich einfach, dass das schwer ist) sind ja noch die einfachen Fingerübungen.
Viel wichtiger und anstrengender ist die Arbeit am Image.
Regelmässig Sport betreiben ist für’s erste gestrichen. Stattdessen muss ich Drogen konsumieren. Das geht ins Geld. Habt ihr ne Ahnung, wie teuer der Krempel inzwischen ist? Eben!
Ich habe angefangen, selber zu drehen und jetzt Obacht: weil ich das überhaupt nicht gut kann, sieht bei mir jede zweite Zigarrette sowieso aus wie’n Joint, genial, gelle!?
Versteht sich von selbst, dass ich die Nächte mit mir völlig unbekannten Menschen hier zum Tag machen muss. Davon kriegt der Odermann leider Rücken und die Tochter kommt neuerdings nicht vor halb sieben morgens nach hause, weil vorher sowieso nicht an Schlaf zu denken ist (vermute ich).
Also ist es eine Frage der Zeit, wie lange hier noch von einem intakten Familienleben zu reden sein wird (egal, ist gut für die Bio!).
Die spannendsten Passagen in Rockstarbiographien sind für mich immer die, wo’s darum geht, sich vom Erlös eingesammelten Pfandglases über Wasser zu halten. Deshalb verabrede ich mich jetzt regelmässig mit den Menschen in meiner Stadt, die das regelmässig und mit hoher Proffessionalität durchziehen. Ob das die Geburtsstunde einer neuen Band oder Kunstrichtung sein wird, weiss ich noch nicht so genau, die Zeit wird’s zeigen.
Ihr seht: in jedem Falle sind meine Bemühungen über jedweden Zweifel erhaben!
Und, ja, wenn ich nicht völlig zugedröhnt mit irgendwelchen, noch relativ unbekannten Zeitgenossen hier rumhänge und Texte schreibe, die Zeitgeschichtspotential haben, koche ich auch noch (auch gut für die Bio!).
Zum Beispiel saure Kartoffeln. Kannte ich vorher nicht und ist angeblich so ne hessische Spezialität. Muss ich, zugegeben nicht jeden Tag haben, ist aber ne Bereicherung für die Küche, find ich.
Mein facebook-Kontaktmann in dieser Angelenheit hat ein Blutwursttürmchen darauf angerichtet, ich hab mich mit etwas gebratenem Landschinken und Paprika beschieden.
Die Geschichte geht denkbar einfach: gekochte Kartoffeln in einer Béchamelsosse (so hab ich das jedenfalls interpretiert), die mit einem guten! Weissweinessig angereichert wird, schwenken und mit einem Türmchen von was weiss ich anrichten. (Ich hab noch gehackte glatte Petersilie dazugegeben.) 
Schont den Gelbeutel und setzt somit Kapital für z.B. Drogenkonsum frei.

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