Virenkiller part one

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  • November 14, 2009


Es ist Samstagnachmittag, wir schreiben das Jahr 2009 und ich bin nicht Lieutenant Uhura, sondern Mutter einer Tochter, die mit Grippe, ob nun R2D2 oder ganz normal, wissen wir nicht, im Bett liegt. Also wird gefälligst Hühnerbrühe gekocht, so ähnlich, wie sie Johanna Maier macht, ich glaube, die weiß, wie man Familie und Gäste gesund hält…
Ich liebe es, mich ab November Samstags so ab ca. 16 Uhr in der Küche zu installieren und Sachen zu kochen, die richtig, richtig lange dauern ( andere gehen in den Bastelkeller, waschen Autos oder kaufen teure Stiefel, so what?).
Die Brühe kocht langsam auf und ich schreibe erst mal von den Fleischbällchen in maurischer Sauce, die’s gestern zum 51sten des Mannes gab. Wenn ich diesen Post dann fertig habe, werden Heringe gebraten und nach Art der Schwiegermutter, also wirklich Ruhrpottstyle, eingelegt. ( ach Annelieschen, wenn datt ma alles gut geht!) Die Hühnerbrühe ist als Medizin gedacht, was es letztendlich heute Abend zu essen geben wird, weiß ich noch gar nicht, Montagabend gibt’s auf jeden Fall eingelegte Heringe mit Bratkartoffeln.

Fleischbällchen in maurischer Sauce ( sehr zu empfehlen für Geburtstagsfeiern, bei denen 45% der Gäste virenbedingt Wackelkandidaten sind!)
Die Fleischbällchen

1 Kilo Rinderhack
Petersilie, gehackt
kräftiger Käse, fein gerieben
Pfeffer, Salz aus der Mühle
Die netteste aller Schwiegermütter schlug natürlich noch Paniermehl vor, ich drücke mich jedoch, wann immer es geht davor, weil ich finde, daß es ein Aromakiller und sonst garnix ist. Wenn man den Käse und das Fleisch in einem vernünftigen Verhältnis vermengt und knetet, klappt das mit der Bindung schon ganz gut..

Die Sauce

etwas Schmorgemüse ( Sellerie, Lauch, Zwiebeln, Möhre) fein gehackt
2 Knoblauchzehen, zerdrückt
Olivenöl
1 Chilischote, fein gehackt
1 Lorberblatt
4-5 Anissterne
ca. 6 Anchovisfilets
2 Eßlöffel Rosinen
2 Eßlöffel Tomatenmark
Rotwein und evtl. Gemüsebrühe
1 große Dose Tomaten
1 Eßlöffel geriebene Bitterschokolade
eine Prise Zimt
etwas Rosmarin, gehackt
Pfeffer, Salz

Das Gemüse mit dem Knoblauch und der Chili in Olivenöl andünsten, die Anchovis dazugeben. 2-3 El Tomatenmark unterrühren und mit Wein ablöschen, Lorbeerblatt, Anis und Rosinen dazugeben, alles kurz aufkochen lassen, dann kommen die Dosentomaten dazu.
Alles nochmal aufkochen lassen und die Fleischbällchen in die Sauce legen, bei mittlerer Hitze weiterköcheln lassen, mit Pfeffer und Salz abschmecken, evtl. mit Brühe aufgießen. Nach ca. 45 Minuten die Bitterschokolade und den Zimt unterrühren.
Dazu gab’s frisches, mit Curry aromatisiertes Weißbrot und später am Abend einen Mikadocontest, der in die Geschichte eingehen wird, zwischendurch lief auf jeden Fall mal Tom Waits.
Ich hoffe, ich hab‘ nix Wichtiges vergessen, mußte zwischendurch immer mal Fieber messen; letzter Logbucheintrag: 14.11.2009 17.15 Uhr 38,4 Grad…
Zur Not muß Scotty die Brücke übernehmen…

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