Wirsingcannelloni

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  • März 27, 2011

Es kommt eher selten vor, dass ich mir einbilde, mit dem, was ich hier zur gefälligen Kenntnisnahme ins Netz stelle, den Lauf der Welten nachhaltig zu beeinflussen.
In der Regel geht es darum, zu zeigen, dass man sich einigermassen vernünftig ernähren kann, auch ohne dabei die Apanagen eines Bankdirektors auffen Kopp hauen zu müssen und Skorbut zu bekommen.
Das wenigste von dem, was hier vom Topf in den Teller wandert, hat das Zeug, letzteren in tief neu zu erfinden. Find ich meistens auch garnicht schlimm. Schlimm find ich’s nur immer dann, wenn ich in den Foodblogs das Gefühl hab‘, es geht nicht mehr darum, Alltag mit seinen Herausforderungen zu dokumentieren, sondern „das Leben, wie es sein sollte“. Ich bilde mir ein, dass der Typ in der Coke Zero Werbung schon ziemlich genau weiss, dass er sich am Ende des Tages nämlich, wenn das Gesöff alle ist, fragen wird, was als nächstes kommt. Das Leben, wie es noch mehr sein sollte?
Kurz gesagt: nicht jedes Abendessen ist hier der Hype, nicht jede Zutat stammt aus einer als ökologisch oder biologisch besonders wertvoll zertifizierten Quelle und trotzdem geht’s irgendwie.
Auffem Teppich bleiben und dabei nicht wahnsinnig zu werden ist manchmal auch ganz schön.
Also, here we go!
( Ich hab’s nicht so mit den Mengenangaben, sei mir nicht böse!)
Du kochst geschälte Kartoffeln.
Währenddessen dünstest du gewürfelte rote Bete (ich hatte vorgekochte) in Traubenkernöl (niemand nimmt’s dir übel, wenn du anderes Öl benutzt!).
Du hackst eine Handvoll Walnusskerne.
Du hackst eine Handvoll Petersilie und Basilikum, presst zwei Knoblauchzehen, vermischst alles und machst mit Walnussöl einen Kartoffelstampf daraus. Die rote Bete mischst du darunter und schmeckst mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss ab.
Du blanchierst die Wirsingblätter, schreckst sie kalt ab und tupfst sie mit Küchenkrepp trocken.
Während du die Wirsingblätter mit dem Kartoffelstampf belegst und einrollst, lässt du geriebenen Parmesan und eine weitere zerdrückte Knoblauchzehe langsam in Milch erwärmen (ich wollte keine weitere Bechamel- oder Sahneparty).

Die Canelloni übergiesst du mit der Parmesanmilch, gibst nochmal geriebenen Parmesan darüber und überbackst sie im 200 Grad heissen Backofen, bis sie eine goldgelbe Kruste haben.

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9 Comments

  • nata sagt:

    Also, den Typ aus der Cola Werbung kenne ich nicht. Aber für den Rest applaudiere ich gerade so doll, dass mir die Patschehändchen schon wund werden.

  • nata, nicht so doll patschen, dass du nicht mehr kochen kannst, gelle!?

  • Recht hast Du! Ich mags auch gerne bodenständig und normal, aber ich glaube, das wird in meinem Blog auch deutlich genug. Einen ganzen Tag oder länger pro nachgekochtem Sternerezept in der Küche zu verbringen ist auch nicht so mein Ding. Aber anschauen bei den anderen finde ich trotzdem schön. 🙂

    Und ich genieße es natürlich sehr, dass Du Dich hier so liebevoll einem meiner absoluten Lieblingsgemüse widmest. Kannste mich ja nachts für wecken, für Wirsing! Also, zur Zeit vielleicht nicht, aber in einigen Tagen dann wieder 😉

  • at, der blanchierte wirsing an sich ist ein idealer partner fürs photoshooting, halt mich bitte zurück,wenn ich anfange, die möbel damit auszukleiden…

  • Ellja sagt:

    Sind ja lauter gute Sachen drin, die schmecken müssen…bis auf die Bete, aber das ist ja mein ganz persönliches Trauma 😉

  • och ellja, das tut mir leid. was ist dir denn da passiert?

  • Olaf sagt:

    Heute ausprobiert – super Rezept. Die rote Bete wird übrigens beim Dünsten ganz lecker mild-süßlich, Ellja. Das was (glaube ich) viele daran nicht mögen, das erdartige, tritt in den Hintergrund.
    Überhaupt – der Hit an dem Ganzen ist diese Kartoffelfüllung – da hätte ich mich reinlegen können 😀

  • olaf, ich freu mich!!!! und ja, mit der roten bete hast du völlig recht, sie wird schon beinahe lieblich, nicht wahr?

  • Ellja sagt:

    passiert is mir nix, aber ich mag sie nicht so gerne. Borschtsch macht da eine echte Ausnahme…einmal hatte ich Rote-Bete-Risotto….wähhhhhhhhhh

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